Best Of PSP: Socom: Fireteam Bravo 3
filed in Best Of, Gaming, Playstation Portable on Apr.28, 2010
Slant Six Games, die Schöpfer der Konsolenstarken SOCOM-Marke, schickten Anfang 2010 den dritten Ableger der Fireteam Bravo Serie auf die PSP. Bei den “großen Brüdern” gehört die Marke zu einem der erfolgreichsten Shootern aller Zeiten und auch auf dem kleinen Handheld ist die Socom-Reihe wahrlich nicht zimperlich.
Im Socom: Fireteam Bravo muss unsere Spezialeinheit nach Koratvien, um einen Ex-KGB-Mann namens Alexander Gozorov aufzuspüren, der Informationen zu neuen Massenvernichtungswaffen gegen den Westen hat. Gozorov hat gute Verbindungen zur russischen Mafia und dank deren Hilfe schafft es keiner an ihn ran zu kommen, zumindest nicht lebend. Unser Ziel ist es, ihn gefangen zu nehmen und alle möglichen Informationen zu seinen Plänen zu sammeln.
Socom Fireteam Bravo 3 versteht sich als Taktikshooter. Mit drei weiteren computergesteuerten Teammitgliedern bilden wir ein Team, welches taktisch als auch mit Stealth-Manövern vorgeht. In meiner Truppe sind quasi nur die Besten, um es auf deutsch zu sagen.
In einer Ego-Perspektive werden wir durch recht linear gehaltene Einsatzgebiete geführt, die unter anderem in verschneiten Gegenden, verlassenen Dörfern, Hafenanlagen oder zum Beispiel in der Stadt abspielen. Bevor es losgeht, werden wir mit einem wirklichen fetten Render-Intro aufgewärmt und danach gehts zur Einsatzbesprechung. Nun hat man die Wahl, Tutorial oder gleich in den Kampf? Dadurch, dass man ingame immer mit Tipps und Hilfen versorgt wird und ein Shooter sich von Grund auf gleich spielt, kann man das Tutorial ohne Weiteres überspringen.
Da Socom FTB3 ein Taktikshooter ist, kann man seine Untergebenen mittels Befehlsmenü Anweisungen geben. Man kann sie zu einer bestimmten Position schicken und diese auch definieren. Sollen sie auf Teufel komm raus feuern, Position halten oder absolut unsichtbar sein? Oder Türen aufbrechen, Blendgranaten werfen und alles säubern? Das alles ist möglich und es funktioniert, bis auf kleine Patzer, relativ gut. Allerdings muss man auch erwähnen, dass FTB3 auf den leichten Schwierigkeitsgraden ein Tick zu einfach ist. So einfach, dass man gerne als Rambo durch die Gegend heizen kann und alles einfach nur wahllos niederballert. Hier kommen die Taktik-Elemente deutlich zu kurz. Ab und dann kann es auch vorkommen, dass zu unüberlegtes Handeln mit dem Tod betraft wird, aber generell ist das zu wenig, um sich mit dem Namen “Taktik-Shooter” zu schmücken. Deshalb, gleich von Anfang an auf den höchsten Schwierigkeitsgrad wechseln und das Ganze sieht schon komplett anders und besser aus. Wer dann der Meinung ist, den Größten spielen zu müssen – der kommt hier nicht weit. Jetzt machen die Taktikelemente wirklich Sinn. Und damit das Ganze noch motivierender ist, kann man im Laufe des Spiels haufenweise neue Waffen und Zubehör kaufen. Die Liste ist übrigens verdammt lang. Apropos Motivation, in besonderen Fällen schaltet man übrigens diverse Medaillen frei – so genannte Achievements. Dadurch, das die PSP kein Online-Achievement-System unterstützt, wie der “große Bruder” oder wie bei XBox-Live, find ich das Medaillen-Sammeln relativ belanglos. Aber gut – ist nett, es ist vorhanden, warum nicht.
Shooter auf der PSP sind eh immer ein umstrittenes Thema. Der fehlende zweite Analogstick und zwei Schultertasten weniger machen eine vernünftige Steuerung, gerade bei einem Taktik-Shooter zu einer Lebensaufgabe seitens der Entwickler. Slant Six Games hat sich über die Steuerung scheinbar sehr viele Gedanken gemacht. So kann man sagen: ja, Shooter lassen sich exzellent auf der PSP spielen und Socom Fireteam Bravo 3 zeigt, dass das durchaus gut funktionieren kann. Klar, aller Anfang ist schwer – aber binnen weniger Minuten hat man sich daran gewöhnt, auch wenn man hier trotz alledem keine alternative Steuerlayouts festlegen kann.
Mit gedrückter R-Taste wird automatisch anvisiert und mit X wird abgedrückt. Auch wenn das Autoaim sehr großzügig ist, mit Dauerfeuer erreicht man nicht viel. Jede Waffe hat individuelle Eigenschaften und da gehört unter anderem die Streuung dazu. Mittels gedrückter L-Taste wird übrigens gestrafed. Was anfänglich auch etwas gewöhnungsbedürftig ist, man kann selber nicht anvisieren bzw. hoch und runter schauen. Abhilfe schafft hier die Zoom-Funktion. So kann der geneigte “Selbstzieler” ohne hochgradigen Autoaim selber Hand anlegen.
Grafisch ist Socom: Fireteam Bravo 3 eine absolute Wucht. Wirklich wunderschönes Level Design, vollgestopft mit viel Liebe zum Detail und unglaublicher Atmosphäre. Und weil das noch nicht reicht, spendierte man den Objekten hoch aufgelöste Texturen und sogar Wettereffekte sind vorhanden, die das Spiel nicht langsamer machen. Höchst selten zu sehen auf der PSP und das sieht wirklich fantastisch aus. Manchmal wunderte ich mich schon, was die PSP scheinbar doch alles leisten kann. Selbiges gilt den Effekten, die wirklich einiges hergeben. Das Einzige was ich nicht so toll fand, das so ziemlich alles static ist. Jage ich ein Auto oder ein Fass in die Luft, herrscht keinerlei Bewegung. Die Fässer fliegen nicht durch Gegend oder explodierende Autos zeigen keinerlei Regung und das ist doch irgendwo schade.
Neben der wirklich fetten Grafik, muss man auch die grandiose Akustik erwähnen. Schöne Musikeinlagen in spannenden oder brenzlichen Situationen sorgen für den richtigen Flair. Fette krachende Explosionen und tolle realistische Waffensounds erfreuen die Ohren. Wer Kopfhörer benutzt, wird den Genuss erst richtig mitbekommen. Allerdings gibts hier etwas zu maulen. Nicht selten bleiben ein paar Effekte einfach stumm. Man merkt in dem Moment, dass sie von der UMD geladen werden müssen, die aber leider zu lange braucht. Bis die Spur gefunden ist, wo sich das Soundfile befindet, ist die Szene schon längt vorbei.
Ein weiterer sehr starker Modus des Spiels ist der Online-Multiplayer. Bis zu 16 Spieler können sich auf acht verschiedenen Maps austoben – ohne Slowdowns und ohne Lags. Selten habe ich technisch so ein perfektes Online-Erlebnis erlebt wie hier (zuletzt hatte ich grandiosen MP Spaß in Resistance: Retribution). Neben klassischen TeamDeathMatch und Free for All, darf man sich auch mit anderen Modi, wie Zerstörung, Tauziehen und Eskortieren begnügen. Und weil das noch nicht reicht, kann man die Kampagne mit bis zu vier Spieler im CoOp zocken.
Ich hatte den meisten Spaß im TeamDeathMatch, weil auf den anderen Servern leider nicht viel los war – zu unrecht. Generell herrscht auf der weltweiten Lobby gähnende Leere. Die meisten Spieler kamen aus Spanien und Deutschland. Zwar waren immer genug Spieler da, aber wieso online nicht viel los ist, ist mir schleierhaft. Vergleichsweise in Restistance: Retribution waren die Server immer knackevoll – ob da wohl der erste PSP Online Kopierschutz ein wenig Wirkung zeigte? Immerhin muss Socom: FTB3 einmalig mittels Voucher Code , der dann am Account gebunden ist, freigeschaltet werden, damit man online Spaß haben kann … wer weiß, wer weiß.
Fazit: Socom: Fireteam Bravo 3 zeigt deutlich genug, dass man auf der Playstation Portable einiges reißen kann. Die Story heimst garantiert keine Awards ein, die KI könnte ein wenig intelligenter sein, die kleinen Soundproblemchen hätten nicht sein müssen und wäre die Kampagne nicht so extrem kurz – wäre Socom FT3 das Maß aller Dinge auf dem Handheld. Tolles detailliertes Level Design, gestochen scharfe Texturen, eine funktionierende Steuerung, toller (wenn auch etwas leerer) Multiplayer und allein die Atmosphäre reichen aus, dass man sagen muss, das Spiel gehört zu den Besten. Technisch fast perfekt und der Spielspaß ist garantiert. Zutaten, die für eine klare Empfehlung reichen sollten.
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