Perlen der Playstation 1: Vergessene Welt – Jurassic Park
filed in Gaming, PlayStation 1, Retro on Apr.12, 2010
Spielumsetzungen von Filmen enden meist katastrophal, das erleben wir auch heutzutage immer und immer wieder. Jurassic Park 2 erschien 1997 in die Kinos, im selben Jahr erschien auch die Umsetzung aus dem Hause EA. Das Besondere an diesem Titel: Ihr dürft wahlweise die Dinos oder die Menschen spielen. Aber reicht das aus, um zu begeistern oder kann man dieses Spiel in die selbe Schundbox werfen, worin sich gut 95% aller Umsetzungen befinden?
Steven Spielbergs Jurassic Park ist rein technisch gesehen, ein Meisterwerk. Ob einem die Story gefällt, sei mal dahin gestellt, denn die Umsetzung ist jetzt so gesehen nicht wirklich identisch. Im Spiel “Vergessene Welt” hat der Spieler die Möglichkeit, die Sicht der Dinge aus den Augen eines Sauriers zu sehen und natürlich darf er auch die Menschen spielen.
Zu Beginn startet Ihr das Abenteuer mit einem kleinen fleischfressenden Saurier. Ziel ist es, das Abenteuer zu überleben. Überleben heisst nicht nur, von anderen kleinen Fleischfressern aufgefressen oder generell getötet zu werden, sondern selber dafür zu sorgen – das ihr diejenigen seid, die andere auffressen oder mit anderen Mitteln aus dem Weg räumt. Hindernisse geschickt ausweichen, Fallen umgehen und Sprungpassagen überleben sind weitere Elemente des Spiels. Habt ihr das komplette Level überstanden, winken ein Passwort und im nächsten Level eine neue “Kreatur” für Euch, mit der Ihr das Abenteuer fortsetzen könnt.
Damit Ihr gut voran kommt, stehen Euch verschiedene Attacken zur Verfügung, die natürlich Abhängig von der Kreatur sind. Ein kleiner Saurier kann mit Krallen oder mit der Schnauze angreifen, indem er zubeisst. Ausweichen, sprinten und springen sind demnach selbsterklärend. Hat ein Saurier ein anderes Tier oder einen Menschen erlegt, kann er diesen danach zerstückeln und somit sein Leben wieder etwas auffüllen. Eine Ausnahme macht der T-Rex zum Beispiel. Er muss nicht erst jemanden erlegen, sondern er frisst sie gleich “on the fly”. Die Menschen hingegen, greifen auf altbewährte Medipacks zurück.
Im Gesamtpaket ist “Vergessene Welt” nichts anderes als ein 2,5 D Jump´n Run Spiel mit diversen Passagen, die Eurer Geschick abgerlangt. Ab und dann kann (und muss man sogar) vom Weg abkommen, um zum Beispiel einen Schalter zu betätigen oder eine Anlage vom Strom zu trennen. Technisch sieht das auch beeindruckend aus, weil die dynamische Kamera jede Szene schön darstellt. So wirkt das Spiel manchmal mehr 3D als 2D und das ist eine willkommene optische Abwechslung, die gefällt.
Rein technisch gesehen ist “Vergessene Welt” nicht von der üblen Sorte. Die Saurier wurden wirklich atemberaubend animiert und sehen wirklich fantastisch aus. Sämtliche Bewegungen wirken verdammt glaubwürdig und auch der originalgetreue Sound sowie der erstklassige Soundtrack können überzeugen. Besonders die Fress-Attacken des T-Rex wissen zu unterhalten. Allerdings hat man bei den Menschen ein wenig geschlampt, denn die wirken sehr holprig und schnell dahin gezimmert.
Vergessene Welt umfasst 5 “Welten”. Drei mal dürft ihr als Tierchen durch die Gegend hüpfen und zwei mal als Mensch. Die Level sind in Stages unterteilt, die immer ein etwas geänderte Gameplay bieten. Wer zudem verschiedene Abspann-Sequenzen erleben möchte, der kann sich auf die Suche nach DNA-Symbolen begeben – die querbet in der Vergessenen Welt zu finden sind.
Fazit: Vergessene Welt – Jurassic Park ist als halbes Jump´n Run 2,5 D in der Tat recht unterhaltend, wäre der hardcore Schwierigkeitgrad nicht. Auch gibt es Momente, wo einem die Level schnell anöden können. Meist – wenn man zum 89.000 Mal gestorben ist und den Level immer und immer wieder von vorne beginnen muss. Passwörter gibt es nur nach erfolgreichem Abschließen des kompletten Levels und das kann man heutzutage keinem mehr antun.
Grafik und Akustik können hier vollends überzeugen – sogar die Steuerung kann man als in Ordnung betiteln. Dass das Spiel ein Sidescroller ist und das man 100%ig geführt wird, finde ich gar nicht mal so schlimm. Schön finde ich, dass man hier die Dinos und die Menschen spielen kann. Man fängt klein an und von Level zu Level werden die Viecher immer größer – und das macht schon Spaß.
Aufgrund des gelungenen ungewöhnlichen Gameplays, der schönen Grafik und dem tollen Sound – kann man das Spiel durchaus als Perle bezeichnen. Nur dieser (mal wieder) horror Schwierigkeitsgrad und die unfairen Respawn-Punkte können dem einen oder anderen ein Genickbruch sein.





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